„An dieser Stelle sollst du mir ein Kapellchen bauen!“

19. Oktober 2018 36 Von BallesWorld

Der Handelsmann Hendrik Busman lebte zu Beginn des 16.Jahrhunderts am Niederrhein und ging alltäglich von Weeze nach Geldern und zurück um seine Waren zu verkaufen. Nahe dem Dorf Kevelaer betete er immer an einem Hagelkreuz. Um die Weihnachtszeit des Jahres 1641 vernahm er während seines Gebetes eine geheimnisvolle Stimme, die ihm sagte:

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„Op deze plaats sult gij mij een kapelleken bouwen!“

Im Verlauf der nächsten Tage hörte er bei seinen täglichen Gebeten an diesem Kreuz die besagte Stimme noch zweimal. Obwohl der Händler nicht reich war, führte er diesen Auftrag aus.

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Busman war mit Mechel Schrouse verheiratet und diese hatte vor Pfingsten 1642 eine nächtliche Erscheinung. Sie sah in einem großen Licht ein Heiligenhäuschen mit einem Bildchen Unserer Lieben Frau von Luxemburg.

Einige Zeit vorher war ihr ein ähnliches Bild zum Kaufe angeboten worden. Sie lehnte den Kauf ab, weil der Preis zu hoch war. Nach der Erscheinung jedoch konnten sie unter große Mühe eines der Bilder erwerben.

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Dieses Bildchen wurde am letzten Mai 1642 in der von Busman errichteten Kapelle erstmalig ausgestellt. Sofort an demselben Tage kamen zu dem Heiligenhäuschen viele Menschen aus Geldern und Umgebung. Auch geschahen einige Wunder in den nächsten Tagen, welche von der katholischen Kirche dokumentiert wurden.

Aufgrund der Wunderheilungen in den Jahren 1642/1643 wurde von der Synode Venlo Kevelaer im Jahre 1647 als Wallfahrtsort anerkannt.

Die jährlichen Pilgerzahlen waren durch die Wirren der letzten Jahrhunderte natürlich unterschiedlich liegen jedoch zurzeit bei 800 000 Pilgern im Jahr.

Zu den bekanntesten Besuchern gehörten Papst Johannes Paul II., Mutter Teresa und Joseph Kardinal Ratzinger.

Ist Kevelaer nur für Pilger interessant? Diese Frage stellt sich natürlich und ich wollte sie für mich beantworten.

Nein, ist meine vorweg genommene Antwort.

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Das Zentrum von Kevelaer steht natürlich im Zeichen der Wallfahrt mit der Gnadenkapelle, der Basilika, der Kerzenkapelle und dem Kloster.

In unmittelbarer Nachbarschaft sind Geschäfte angesiedelt, in denen man christliche Symbole jeder Art (Kerzen, Kreuze etc.) erwerben kann.

Ich möchte jetzt keine religiöse Debatte anfangen, aber wenn man Kevelaer ganz unvoreingenommen und völlig wertfrei besucht, spürt man spätestens beim Besuch der Basilika oder der Gnadenkapelle eine große Ruhe in einem selbst.

Die Basilika ist ein beeindruckendes Bauwerk und ich hoffe, dass meine Bilder dies etwas rüberbringen.

Gleiches gilt für die Gnadenkapelle, diese ist nicht mehr in dem Zustand wie sie von Busman erbaut wurde, gleichwohl hat sie noch die sechseckige Form und die gleiche Größe wie anno 1642 und sie steht noch an der gleichen Stelle.

An den Bereich der kirchlichen Gebäude grenzt eine hübsche Fußgängerzone mit allem was das Herz oder der Körper begehrt. Restaurants, Cafés, Galerien und sonstige Geschäfte, alles ist vorhanden und auch sonntags geöffnet.

In dieser Fußgängerzone steht auch ein Denkmal von Hendrik Busman, der am 14.3.1649 verstarb.

Kevelaer, eine bezaubernde Kleinstadt am Niederrhein, nicht nur für Pilger.