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    Mein orthodoxer Heiligabend

    Wie ihr sicher schon gelesen habt, bin ich in Mazedonien geboren und dadurch orthodoxen Glaubens.

    Die orthodoxen Kirchen  feiern Weihnachten später als die übrigen Christen. Das liegt daran, dass sie das Fest nach einem älteren Kalender, dem Julianischen, berechnen. Der julianische Kalender ist einer der ältesten Solar-Kalender. Er wurde in Ägypten entwickelt und von Julius Caesar im Jahre 45 v. Chr. im Römischen Reich eingeführt. 

    Die mazedonisch-orthodoxe, die russisch-orthodoxe und die serbisch-orthodoxe Kirche u. a. wie z.B. die Kopten halten am alten julianischen Kalender fest. Sie feiern Christi Geburt entsprechend dreizehn Tage später, am 6. Januar. Für uns bedeutet dies aber: 2 mal Weihnachten feiern😊.

    Ich möchte Euch heute einige Traditionen am Heiligenabend vorstellen. Mit diesen Traditionen bin ich aufgewachsen und wir halten noch heute an diesen fest.

    Heilig Abend ist der letzte Tag der Fastenzeit (sechs Wochen vor Weihnachten) im orthodoxen Glauben und somit wird am Heiligenabend auch vegan gegessen. D.h. kein Fleisch, keine Fleischprodukte, keine Milch und keine Milchprodukte. Ein Muss auf dem Tisch ist Rotwein, Brot und Kerzen. Die Familien decken den Tisch mit den Gerichten und den Dingen, die sie im kommenden Jahr immer essen und trinken möchten. Also mit veganen Gerichten, Getränken jeder Art, Obst, Nüsse usw.  Sehr wichtig sind Bohnen- und Pita Gerichte.

    Wir legen auch unsere gut gefüllten Geldbörsen auf den Tisch, damit wir im kommenden Jahr immer genug Geld zur Verfügung haben. Apropos Geld, in dem selbstgebackenen Brot  wird ein Geldstück eingebacken. Das Brot wird am Beginn des Essens geteilt und für denjenigen der das Geldstück bekommen hat, beginnt ein geldreiches Jahr.

    Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick in die Traditionen des mazedonischen Heiligenabend geben.

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    55 Kommentare

    1. Liebende BallesWorld

      ..also dann werde ich in meinem nächsten Leben Mazedonier sein
      Da mutet der Deutsche Weihnachtstisch schon etwas einfach an…

      Danke Dir für den Augenschmaus
      Joaquim von Herzen

      • Hallo Hans Joachim,
        das ist keine schlechte Idee. Es ist sogar besser, zweimal zu feiern, wie wir 🙂
        Für mich ist das Deutsche Weihnachten toll, ich mag es wirklich. Ich habe Glück, beide zu feiern 🙂
        Liebe Grüße, Balle

    2. It’s cool that you get to celebrate Christmas twice. It sounds like a wonderful tradition, all of the food looks great too! 🙂

      • First of all, many thanks.
        I also think it’s cool that I have twice the opportunity to celebrate Christmas.
        For me all traditions are wonderful, especially when it comes to food and drink 🙂
        Greetings, Balle

    3. Geliebte Balle, wie gut das alles aussieht, so lecker und die Farben, man genießt direkt mit. Und ein bisschen wissender bin ich auch wieder beim Lesen geworden. Fühlbares Dankeschön für die liebevolle Aufklärung. 🙂
      Mag alles sein in 2019 * was du dir wünscht + Luxus

    4. Wunderschönes Fest nochmal nach dem Fest. Tolle Deko und bestes für Magen und Gaumen. Doch ich mag es nicht, wenn es ums Geld geht. Geld ist wichtig und kann das Leben erleichtern, aber selbst Jesus hat schon die Schacherer aus den Tempeln verwiesen. Da leg ich lieber meine Krankenkassen-Karte auf den Tisch und bitte darum, gesund zu bleiben, denn Glück und Gesundheit sind nicht zu kaufen. Ich meins nicht böse, ist halt so der Brauch, aber meine Meinung muss ich leider trotzdem dazu sagen <3

    5. Leider besteht zwischen einigen christlich-orthodoxen Ländern nicht viel Freundschaft … Politik und Glaube sind nicht so eng miteinander verbunden. Was kann ich sagen?

      Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!

    6. Srečan Bozić!

      Mein Stiefvater war Serbe, insofern sind mir diese Gebräuche vertraut. Und wir sind am 6. Januar immer in eine serbische Kirche in München gegangen, dort gab es heissen Slivovic ( nicht für uns Kinder,) und wir bekamen einen Zweig mit. Ich kann mich auch an den Weizen ( Zito) erinnern, der schon Tage vorher zum Keimen und Wachsen auf einen Teller ausgelegt worden ist!
      Schöne Erinnerungen!
      Viele Grüsse aus Kanada,
      Christa

      PS. Feierst du auch Slava?

      • Liebe Christa,

        ich freue mich sehr, dass Du meine Religion kennst und schöne Erinnerungen hast 🙂
        In jedem Gebiet gibt es unterschiedliche Traditionen.
        Ich habe keine Slava.

        Liebe Grüße, Balle

    7. Toll, wieder was gelernt:-)) .und den Brauch, ein Geldstück in das Brot mit „einzubacken“ finde ich wunderbar:-) Liebe Grüße Corinna

    8. Frohe Weihnachten Balle,
      Wein statt Milch trinken klingt cool 😉
      Aber jetzt klär mich mal über die Sitten meiner Vorfahren auf – kamen aus Polen und noch weiter östlich.
      Gab es da 2 × 6 Wochen Fastenzeit?
      Ich wünsche dir einen schönen Tag.
      Monika

    9. At a stage in my life, when I was looking for a new „believe group“ I could join, I went with my friends to the Serbian orthodox church. I liked the services and the community. At Christmas we received a piece of bread and a twig of a tree they had in church to take home and keep until next Christmas. And why am I writing in English???

      Das mit dem 6 Wochen fasten hat man mir allerdings nicht erzählt oder ich habe es verdrängt … 😉

      Euer Weihnachtstisch sieht jedenfalls sehr einladend aus!

      • Diese Zweige werden von Heiligabend bis Heiligabend zu Hause aufbewahrt. Die alten Zweige werden am Abend entweder zu Hause oder in der Kirche verbrannt.

        Vielen Dank für das Lob!

    10. Namaste Balle 🙂

      What a delightful looking spread laid-out upon your table in celebration of a very important time of year. I had no idea vegan food could look so good, nor I imagine taste as good as it looks. The presentation is as always excellent. I’ve family members who would delight in sitting down to enjoy this fabulous banquet: as vegans they would relish the chance to experience new tastes and flavours. Thank you for sharing 🙂

      One commenter here, Carolyn Page, expresses the unifying effect of having the family gather together in this celebration and I think that a wonderfully eloquent sentiment.

      The custom, or practice, of baking a coin inside the bread is wonderful! It reminds me of a similar practice our family would enjoy, whereby my mother would ‚insert‘ into the Christmas Pudding sixpences, which I believe if found promised a good year (financially) for the recipient. Of course my mother never wished for anyone to be left out, and I recall her ’sliding‘ a sixpence into the bowel as she served the pudding so that everyone was equally blessed 🙂

      I think you most fortunate to be able to celebrate Christmas twice, what a delight that must be! 😀 It also affords me the opportunity of wishing you and yours a very Happy Christmas! I hope the day is a celebration long remembered.

      Best wishes, have a wonderful Christmas Eve!

      Brightest Blessings. Namaste 🙂

      DN

      • Annwyl Dewin 🙂

        Many thanks for your wishes 🙂

        I am very pleased that you liked my report very much 🙂
        Vegan food does not just look good, it tastes terrific and healthy too.
        I think it’s very nice that the traditions are very similar. With us the money comes into the bread, with you in the pudding :-), that I have not heard.
        Family celebrations I think also nice.
        To celebrate Christmas twice is truly a pleasure 🙂

        Mae llawer o gyfarchion. Gofalwch eich hun 🙂

        Balle

        • Namaste Balle, Bore da 😀

          Your posts are always enjoyed Balle, thank you 🙂

          Traditions and customs migrate and become popularised as a result of many factors, perhaps most frequently by the movement of people. My mother understood this particular custom from her mother and no doubt that was handed down by her grandmother whose own mother passed the tradition to her and so on and so on. As children we were less interested in the custom but more interested in squabbling over who got a sixpence and who didn’t lol 🙂

          I hope the feast was enjoyed by everyone at your table 🙂

          It’s Christmas Day in your household and as such I wish you all a very Happy Christmas Day full of joy and laughter. I hope Santa left you a gift beneath the tree 🙂

          Nadolig Llawen! Mwynhau diwrnod gwych.

          Namaste 🙂

          DN

          • Hello Dewin 🙂

            Thank you for your nice wishes!
            It is true that we teach, inherit, and convey the tradition of our ancestors.
            I would like to add that there is no gift for Christmas, it does not exist in our tradition. I took it and I will not change it.
            With us at Christmas, the family gathers, they eat, drink, entertain, but thank God, no presents!
            For me, love and respect is the greatest gift to the family 🙂

            Dymunaf chi noson wych i chi 🙂

            Balle

            • Nos da Balle, Namaste 🙂

              Thank you clarity 🙂

              ‚For me, love and respect is the greatest gift to the family‘ – that is a very precious gift to give and receive. Wonderful 🙂

              I trust your day was enchanted 🙂

              Brightest Blessings. Fwynhau noson bleserus,

              Namaste 🙂

              DN

            • Nos da Dewin 🙂

              I agree with your words!

              Fwynhau noson bleserus 🙂

              Balle

    11. That was very interesting, Balle; something I did not know!
      I do love the various traditions found worldwide. This particular tradition must have a very unifying effect upon you and your loved ones. Merry Christmas.

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