Ein Besuch bei den alten Römern

24. Oktober 2018 58 Von BallesWorld

Xanten ist heute eine idyllische Kleinstadt am Niederrhein. In der Antike war der Ort eine der größten Metropolen in den germanischen Provinzen Roms mit dem Namen Colonia Ulpia Traiana.

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Zur Blütezeit der Stadt füllten mehr als zehntausend  Männer, Frauen und Kinder die Straßen der Colonia mit Leben. Ihre Geschichte an der nördlichen Grenze des römischen Imperiums erschließt sich aus den Spuren, die sie uns im Boden hinterlassen haben.

Die römische Geschichte Xantens beginnt mit in den Jahren 12/13 vor Christus als die ersten Legionen am Niederrhein eintrafen und das erste Lager auf Xantener Boden errichteten. Fortan war der Xantener Raum immer Standort von mindestens einer Legion.

Gegen Ende des 3.Jahrhunderts wurde die Colonia schließlich von der Franken überrannt und zerstört.

Die wechselvolle Geschichte über 400 Jahre der Colonia hier dar zulegen würde den Rahmen bei weitem sprengen, aber ich kann jedem nur den Besuch des archäologischen Museums in Xanten ans Herz legen.

Der archäologische Park umfasst die Grundfläche der Colonia und die wiederaufgebauten Gebäude und Mauern stehen an der gleichen Stelle.

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Im Mittelalter wurden viele Gebäude in Xanten mit Steinen aus der alten Colonia erbaut. Die damaligen Bewohner nutzten das Gebiet als Steinbruch. So ist zum Beispiel der Xantener Dom aus Steinen erbaut worden, die von den Römern erst an den Niederrhein gebracht worden sind.

Aufgrund der fehlenden Steine sind die Mauern der Colonia nicht komplett wiederaufgebaut worden, sondern ihr Verlauf wurde mit Hecken dargestellt.

So sind auch die Pfosten der überdachten Bürgersteige mit Bäumen symbolisch dargestellt. Über diese Bürgersteige flanierten die Bewohner der Colonia und heute geben uns die Bäume einen Eindruck von der Größe und der Weitläufigkeit der römischen Stadt. Wo gibt es heute eine Stadt mit allseits überdachten Bürgersteigen?

Nicht nur die wiederaufgebauten Teile der Stadt, sondern auch einzelne Fundstücke oder rekonstruierte Werkzeuge und andere Hilfsmittel geben den Besuchern einen großartigen Eindruck vom Leben in der damaligen Zeit.

Die ausgegrabenen Fundamente der Therme sind beeindruckend und auch informativ erläutert.

Eine große logistische Herausforderung war vor rund 2000 Jahren die Versorgung der Bewohner und der Soldaten mit allem was man zum Leben und Kämpfen brauchte. Die mögliche Versorgung auf dem Wasserweg spielte bestimmt eine Rolle bei der Auswahl des Standortes für ein so großes Lager. In der Bootswerft des Museums kann man sich über entsprechende Wasserfahrzeuge informieren. Fahrzeuge für den Landtransport sind an einigen Stellen im Park zu besichtigen.

Sehr beeindruckend ist natürlich die Arena. Nicht nur die Größe ist beeindruckend, sondern auch die durchdachte Bauweise. Alles war auf Selbstdarstellung und Unterhaltung der Massen abgestimmt.

Wer möchte kann sich inmitten der Arena auf den Sandboden stellen und seiner Phantasie freien Lauf lassen. Er kann sich vorstellen, wie das Volk ihm huldigt oder er wartet darauf, dass aus den Katakomben der Arena ein hungriges Raubtier kommt und dem Leben ein Ende macht.

Die Weitläufigkeit der Anlage führt bei Groß und Klein zu Ermüdungserscheinungen, die man nur mit Erfrischungen und Ruhepausen bekämpfen kann. So sind gastronomische Einrichtungen vorhanden, Picknickplätze angelegt und Spielplätze geschaffen worden.

Zusammenfassend kann ich jedem der die Möglichkeit hat, nur empfehlen das archäologische Museum Xanten zu besuchen und etwas von der Größe der Colonia zu erfahren und etwas vom Flair des römischen Lebens zu erspüren.