Peenemünde

Ein geschichtsträchtiger Spaziergang

Bei unserem Besuch auf Usedom haben wir auch das Historisch-Technische Museum Peenemünde besucht.

Die Versuchsanstalten Peenemünde waren von 1936 bis 1945 das größte militärische Forschungszentrum Europas. Im abgesperrten Areal im Norden Usedoms arbeiteten 12 000 bis 15 000 Menschen gleichzeitig an neuen Waffensystemen, wie etwa dem weltweit ersten Marschflugkörper und der ersten funktionierenden Großrakete. Der techn. Leiter der Versuchsanstalt Werner von Braun entwickelte die Rakete A4, diese drang als erstes von Menschen entwickelte Objekt in den Weltraum vor. Allgemein gilt Peenemünde als „Wiege der Raumfahrt“.

Das Museum Peenemünde arbeitet die Entstehung und Nutzung dieser Waffen auf. Die verschiedenen Ausstellungen dokumentieren, wer in Peenemünde arbeitete, wie die Menschen lebten und warum diese enorm aufwendigen Waffenprojekte durchgeführt wurden.

Das Museum wurde 1991 in dem einzigen noch existierenden Gebäude der Versuchsanstalt, dem Kohlekraftwerk und den dazu gehörenden Freiflächen eingerichtet.

Seither haben 5 Millionen Menschen das Museum (Eintritt 8,-€) besucht und dieses hat sich zu einer weltbekannten Begegnungsstätte entwickelt. So finden in dem 1200 Besucher fassenden Turbinensaal große Konzertveranstaltungen statt.

Im Außenbereich kann man neben den Kohlebrücken die o.g. Waffen und alte Eisenbahnzüge besichtigen.

Im Inneren kann man sich die Funktionsweise eines Kraftwerkes ansehen und einen Blick in das innere einer Turbine werfen.

Vom Dach des Kraftwerkes hat man natürlich eine grandiose Aussicht über das Umland. Den bequemen Weg auf das Dach mit einem Aufzug muss man sich mit einem Euro erkaufen.

Der Blick vom Museumsdach offenbart einige alte Schiffe, die auf ihre Abwrackung warten, eine Fregatte der Marine der DDR und ein U-Boot der Sowjet Marine.

An der Pier des ehemaligen Marinestützpunktes ist das Ende der 1950 Jahre erbaute U-461 ein Besuchermagnet geworden. Seit 1998 liegt sie hier und kann zu einem Preis von 7,-€ (2 Erwachsene 13,-€) besichtigt werden.

Wir also nichts wie rein und waren von der Enge überwältigt.

Als Food Blogger steht man ja manche Stunde in der Küche, aber es ist mir ein Rätsel wie man in einer so kleinen Kombüse das Essen für die ganze Besatzung kochen soll. Unfassbar.

Aber nicht nur der Smutje hat Platzprobleme, diese sind überall zu spüren. Die Koje in unmittelbarer Nachbarschaft der Torpedos, unzählige Kilometer Kabel oder Rohre, eine Unmenge Handräder, eng, eng, eng.

Bei einem Spaziergang um das Hafenbecken kann man noch einige andere Schiffe betrachten.

Am Ende des schönen Hafenbeckens liegt noch ein Schiff, welches ich Euch nicht vorenthalten darf.

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29 Kommentare

  1. Hallo Balle,
    Das Museum ist sicher immer eine Reise wert…aber bitte nicht vergessen : viele der Menschen die dort arbeiteten waren nicht freiwillig dort (Kriegsgefangene, KZ Häftlinge) und wurden sehr schlecht behandelt…in den umliegenden Wäldern findet man noch Reste einiger der Häftlingsbaracken..viele kamen ums Leben, sei es durch die Arbeit, sei es im grossen Bombardement der Alliierten …eine sehr traurige Kehrseite und ein Schatten der immer über Peenemünde liegen wird ! LG , Jürgen

    • Hallo Jürgen,
      du hast vollkommen recht. Das Museum versucht auch mit div. Ausstellungen und Veranstaltungen diese Vergangenheit aufzuarbeiten. Und wenn es mir gelingt mit meinem Beitrag eine Person zu einem Besuch zu animieren, am besten mit Führung, und diese dann auch über die traurige Geschichte nachdenkt, hat sich mein Wunsch erfüllt.

      LG Balle

  2. Ein sehr interessanter Beitrag, liebe Balle! In so ein U-Boot würdest du mich wohl nicht reinkriegen, da bekomme ich Platzangst. Aber die Hafenbar sieht sehr freundlich aus. 😉

  3. I cannot even imagine the claustrophobia from working on a submarine submerged for weeks at a time, always wondering if you will ever come up. Interesting post Balle. Allan

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